aktiv werden

Christlicher Antisemitismus in seiner geschichtlichen Entwicklung

Verantwortung für die Zukunft

 

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Aktiv gegen Rassismus - heute

 

„Tu deinen Mund auf für die Stummen

und für die Sache aller,

die verlassen sind.“ (Sprüche 31,8)

 

 

In unserer heutigen Zeit gibt es neben antisemitischem Denken und Tun auch andere ähnlich massive, manchmal wüstere rassistische Aktivitäten. Ihr werdet nun vier solche Vorkommnisse, die zu Deutschland im Beginn des dritten Jahrtausends gehören, kennen lernen.

 

 

1

Rechte greifen Afrikaner in Dortmund an

DORTMUND - Ein offenbar rechtsradikal gesinntes Pärchen hat in Dortmund einen Schwarzafrikaner angegriffen und verletzt.

Dabei erlitt der 44 Jahre alte Mann in der Nacht zum Sonntag leichte Verletzungen, wie die Polizei mitteilte. Zudem wurden zwei Zeugen im Alter von 45 und 54 Jahren leicht verletzt, als sie dem Afrikaner zu Hilfe eilten. Die Angreifer flüchteten, der Staatsschutz wurde eingeschaltet. Den Angaben zufolge hatte das Pärchen den Schwarzafrikaner zunächst beleidigt. Als der 44-Jährige sich umdrehte, stürzten der Mann und die Frau auf ihn zu. Zwei Männer beobachteten den Vorfall und griffen ein. Dabei trat der Angreifer auf sie ein und versprühte Reizgas. – dapd

http://www.wa.de/nachrichten/nrw/angriff-afrikaner-1422787.html

 

2

Schweigen mit fatalen Folgen (2.10.2007)

Das Schänden jüdischer Friedhöfe hat in Deutschland Tradition

 

Die Schändung des jüdischen Friedhofs in Freudental (Baden-Württemberg) rief - so die Regionalpresse - großes Entsetzen und große Betroffenheit in der Region Bietigheim hervor. Die Bürgermeisterin der Gemeinde Freudental bezeichnete die Tat als «feigen und infamen Anschlag auf die Menschenwürde». Dass bereits im Sommer ein ähnlicher Übergriff vorausgegangen war, wurde erst nach der erneuten Schändung bekannt.

Damals, so die Aussage der Bürgermeisterin in der Bietigheimer Zeitung, habe der Staatsschutz um Stillschweigen gebeten, um den «einschlägigen Täterkreis von einer Wiederholung abzuhalten». War dies in der Tat die Auffassung des Verfassungsschutzes?

http://www.google.de/imgres?imgurl=http://www.alemannia-judaica.de

 

3

 

Der Rassismus bei “Berlin Tag & Nacht”

 

RTL II ist mit den Scripted – Reality - Shows “Berlin Tag & Nacht” sowie “Köln 50667” sehr erfolgreich. ... Keine andere Facebookseite einer TV-Serie hat so viele Fans wie “Berlin Tag & Nacht”.

Wie der Tagesspiegel berichtet, häufen sich dort allerdings rassistische Anfeindungen. Die Verantwortlichen scheinen machtlos.

Vor allem die weiblichen Charaktere Sunny und Michelle aus “Berlin Tag & Nacht”, sowie das schwule Paar Gunnar und Guido aus der Ableger-Serie “Köln 50667” sind des öfteren Ziel von teils haarsträubenden Beleidigungen.

Die Schauspielerin, die Sunny darstellt, hat ein asiatisches Äußeres, die Michelle - Darstellerin ist dunkelhäutig. In den Kommentaren zu Michelle heißt es dann etwa: “Geh zurück in den Urwald da wartet deine Oma auf dich” oder auch “Schon Feierabend auf der Baumwollplantage ? Sieht nicht so aus, zumindest ist es noch hell.”

http://meedia.de/internet/der-rassismus-bei-berlin-tag-nacht/2013/11/21.html

4

 

Dresden:

Mädchen mit Kopftuch geschlagen und rassistisch beleidigt

 

Berlin/Dresden - Wie erst jetzt bekannt wurde ist ein 15-jähriges Mädchen mit Kopftuch letzten Montag in der Südvorstadt in Dresden von einem Unbekannten beleidigt und geschlagen worden. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, war das Mädchen auf dem Weg zur Schule, als sie an der Bernhardtstraße von einem jungen Mann belästigt wurde. Er versuchte, ihr das Kopftuch herunterzureißen, und beschimpfte sie mit menschenverachtenden und islamfeindlichen Parolen. Dabei schlug er dem Mädchen laut Polizei mitten ins Gesicht.

Die 15-Jährige, die Nasenbluten bekam, vertraute sich später in der Schule einer Lehrerin an. Die rief die Polizei. Bei der Dresdner Kriminalpolizei ermittelt nun der Staatsschutz wegen Körperverletzung und rassistischer Beleidigung. Der Täter ist nach Polizeiangaben zwischen 18 und 20 Jahre alt, trug einen Nasenring und einen Pullover mit Totenkopfmotiv, wie es bei einigen in der Nazi – Szene üblich ist.

http://islam.de/22032

Aktiv gegen Rassismus

 

Folgendes Zitat ist von Dietrich Bonhoeffer, einem Mitglied der Bekennenden Kirche, überliefert: „Wenn ein Betrunkener mit dem Auto fährt, genügt es nicht, Opfer unter dem Rad zu verbinden, man muss dem Rad selbst in die Speichen greifen.“

Die Bekennende Kirche setzte sich im Dritten Reich zwar für getaufte Juden, die zu den christlichen Gemeinden gehörten, ein, aber gegen die Verfolgung der Juden durch die Nationalsozialisten erhob auch sie wenig Protest. Anders dagegen der ebenfalls zur Bekennenden Kirche gehörende Pfarrer Dietrich Bonhoeffer. Er schreibt an seinen Freund: „Auch die Judenfrage macht der Kirche sehr zu schaffen und hier haben die verständigsten Leute ihren Kopf und ihre ganze Bibel verloren.“ (Zit. Nach: K. Kupisch (Hg), Quellen zur Geschichte des deutschen Protestantismus 1817-1945, München und Hamburg 1965, S.267ff)

Bonhoeffer entschloss sich für den politischen Widerstand und war aktiv am politischen Umsturz rund um die Widerstandsgruppe des Admiral Canaris beteiligt, deren Ziel darin bestand, Hitler zu töten. Kurz vor Kriegsende wurde er im Konzentrationslager Flossenbürg zusammen mit anderen Widerstandskämpfern ermordet.

 

Was ist damit gemeint, wenn wir aufgefordert werden, dem Rad in die Speichen zu greifen? --- In diesem Bild ist mit dem betrunkenen Autofahrer Adolf Hitler gemeint. Die Opfer unter dem Rad sind sowohl die verfolgten Juden, wie alle, denen Unrecht zugefügt wurde. Den Opfern des NS - Staates zu helfen oder für sie die Stimme zu erheben -- das entspräche dem, die Opfer unter dem Rad zu verbinden. Dem Rad in die Speichen zu greifen, hieße darüber hinaus, aktiven Widerstand zu leisten und den betrunkenen Autofahrer daran zu hindern, überhaupt weiter zu fahren, also weitere Untaten zu begehen.

 

Aufgabe:

1. Dieses Bildwort lässt sich auch auf die vier oben vorgestellten rassistischen Vorkommnisse übertragen. Sprecht darüber, welches Verhalten (1.) dem gleich käme, dass jemand dem Opfer unter dem Rad hilft, bzw. (2.) dass jemand darüber hinaus dem Rad in die Speichen greift! Macht euch zu zwei Fällen kurze Notizen, um bei der nächsten Aufgabe auf Eure Ideen zurück greifen zu können!

2. Nun -- zum Ende der Beschäftigung mit dem Thema Antisemitismus -- geht es darum, kreativ zu werden.

Entwickelt eine Idee, was Ihr gegen rassistisches Verhalten unternehmen könnt! Ihr könnt dabei auf die oben beschriebenen Ereignisse eingehen oder auf eigene Erfahrungen zurückgreifen.

Ihr habt alle Freiheiten, insofern ihr für die Verwirklichung Eurer Idee selbst sorgen könnt. Ihr dürft ein Plakat gestalten oder einen Sketch bzw. ein Rollenspiel schreiben. Vielleicht erfindet Ihr antirassistische Witze oder Ihr erstellt ein anti-rassistisches Standbild. Eure Arbeit ist am Ende vor den anderen zu präsentieren!

 

Viel Spaß und gute Ideen! -- „Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind.“ (Sprüche 31,8)