Friedliches Miteinander im NT

Christlicher Antisemitismus in seiner geschichtlichen Entwicklung

Verantwortung für die Zukunft

 

Name: ____________________ Datum: _________

 

 

 

 

 

Juden und Christen in der Bibel

 

nicht gegen-, sondern miteinander

 

 

 

Wie die fast 2000 - jährige Geschichte des christlichen Antisemitismus zeigt, schützt der christliche Glaube samt der Bibel die Gläubigen nicht davor, inhuman und gegen Gottes Gebote zu leben. Statt die Feinde zu lieben, wie Jesus es vorschlug, sind im Namen der christlichen Kirche immer wieder wehrlose Menschen verfolgt worden. Und es ist versucht worden, sie zu töten, es sei denn, sie unterwarfen sich und ließen sich taufen.

 

Gott sei Dank, gibt es neben dieser beschämenden Geschichte auch noch die andere Seite, die sich mit Recht auf Jesus berufen kann. In dem zweiten Teil der Bibel, dem so genannten Neuen Testament, befinden sich auch starke Spuren des Respekts und der Achtung vor dem jüdischen Glauben und dem israelischen Volk. Zwei Texte werden hier vorgestellt:

 

1. Römer 11, 17 und 18

 

17 Nun sind einige Zweige an dem edlen Ölbaum ausgebrochen worden, und unter die übrigen wurdet ihr als neue Zweige eingepfropft. Obwohl ihr von einem wilden Ölbaum stammt, habt ihr jetzt Anteil an den guten Säften des edlen Ölbaums. 18 Darum überhebt euch nicht über die Zweige, die ausgebrochen wurden. Ihr habt keinen Grund, euch etwas einzubilden! Nicht ihr tragt die Wurzel, sondern die Wurzel trägt euch.

 

Dieser Text aus dem Römer Brief stammt von dem christlichen Missionar Paulus. Paulus argumentiert mit einem Bild: Da ist aus der Erfahrung, dass Gott Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten befreit hat, ein Volk erwachsen. Aus einer Wurzel entstand ein Ölbaum. Aber weil nicht alle Zweige gute Früchte brachten, wurden die unguten heraus gebrochen. Nicht alle Israeliten lebten so, wie von Gott erhofft, und deshalb können an deren Stelle neue, fremde, „wilde“ Ölzweige eingepfropft werden. Das werden die Christen in Rom sein, an die der Brief gerichtet ist. Sie werden den frei gewordenen Platz nun einnehmen. Die Ursprungserfahrung des israelischen Volkes „Gott befreit!“ ist Basis und Nahrung auch für die Christen, nicht mehr nur für das Volk Israel. Das von Paulus verwendete Bild sagt: Der christliche Glaube ist und bleibt auf den jüdischen Glauben angewiesen oder er wird untergehen.

 

 

So wie ich die aus einem größeren Zusammenhang heraus gelöste Bibelstelle verstehe,

♦♦ sagt Paulus hier aus, dass der christliche Glaube wichtiger ist als das Judentum.

♦♦ sagt Paulus hier aus, dass das Judentum wichtiger ist als der christliche Glaube.

♦♦ sagt Paulus hier: Christlicher und jüdischer Glaube sind beide für einander wichtig.

♦♦ wird hier nichts Bedeutendes zu der Frage des Miteinanders von Juden und Christen gesagt.

 

2. Matthäus 7, 12-14

 

Jesus Christus spricht: Behandelt die Menschen so, wie ihr selbst von ihnen behandelt werden wollt – das ist es, was das Gesetz und die Propheten fordern.

 

 

Was ergibt sich aus dieser allgemeinen, ethischen Forderung für das Miteinander von Juden und Christen? Welches Verhalten fordert Jesus?

 

So wie ich die aus ihrem, neutestamentlichen Zusammenhang gelöste Bibelstelle verstehe,

♦♦ fordert Jesus, dass sich Christen und Juden wechselseitig respektieren sollen.

♦♦ fordert Jesus einen respektlosen Umgang aller Menschen miteinander.

♦♦ wird hier nicht eindeutig gesprochen. Einmal verträgt man sich, dann schlägt man sich.

♦♦ wird hier gar nichts zu der Frage gesagt, wie Juden und Christen einander begegnen sollen.